Fragen an Lars Lübben zur Smartphone-Nutzung

lars Lübben

Lars Lübben, 40 Jahre, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel in der Städteregion, Kandidat der Grünen für Stadtrat und Städteregionstag

Lars Lübben dem Kandidaten der Bündnis 90 / Die Grünen (Westviertel und Hörn) haben wir ein paar Fragen zu Aachen und seiner Smartphone-Nutzung gestellt:

Frage: Welche Geschichte / persönliches Erlebnis verbindest Du mit Aachen?

Lars Lübben: Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich nun in Aachen verbracht. Und es ist einiges passiert, seit ich zum Studium 1993 hierher gekommen bin. Zu nennen wären hier viele Menschen, die mich auf meinem Weg geprägt haben. Aber es gibt auch ein paar Dinge, die die Stadt ein klein wenig verändert haben und die ich persönlich mit Aachen verbinde, weil ich an ihrer Entstehung mitgewirkt habe. Z.B. gab es damals keine Anlaufstelle speziell nur für lesbisch-schwule Jugendliche und so haben wir die Jugendgruppe bzw. den Jugendtreff Knutschfleck ins Leben gerufen. Schon bald habe ich mich auch politisch engagiert und als Finanzreferent wie Projektleiter im AStA der RWTH war ich an der Einführung des Semestertickets und der späteren Erweiterung auf NRW beteiligt. Und wer weiß, welchen Arbeitgeber ich heute hätte, wenn ich damals die Gründung der Sprachenakademie Aachen nicht von Seiten der Studierendenschaft aus begleitet hätte. Für die jetzt auslaufende Wahlperiode würde ich die Bildung des Zweckverbands Region Aachen nennen wollen, der die regionale Zusammenarbeit der Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg mit Stadt und Städteregion in der Euregio Maas-Rhein auf eine neue Ebene gebracht hat und hoffentlich stärken wird.

Insgesamt bin ich also ganz gerne in Aachen „hängen geblieben“ und es macht mir Spaß, mich hier einbringen zu können.


 

Frage: Wofür nutzt Du Dein Smartphone / Handy und welchen Sinn siehst Du in Apps (einzelne Anwendungen)?

Lars Lübben: Mag sein, dass das etwas altmodisch klingt, aber ich nutze mein Handy überwiegend nur zum Telefonieren und Simsens sowie als Uhr- und Weckerersatz.

Ich sitze und arbeite beruflich viel am Rechner und wenn ich unterwegs bin, dann entweder um persönlich mit Leuten in Kontakt zu treten oder um mich zu erholen. Da benötige ich dann in der Regel keine mobilen Angebote, manchmal würden sie vermutlich sogar ablenken. Und im Fall der Fälle bin ich per Handy erreichbar oder kann selber anrufen bzw. simsen, bspw. wenn ich mich verspäte. Ständig zu posten, wo ich gerade bin oder was ich gerade mache – ich denke, so spannend ist mein Leben dann auch nicht, dass sich jemand dafür interessiert. Außerdem bin ich jemand, der sich ungern zu sehr von dieser Technik abhängig macht. Die wichtigsten Telefonnummern, Busverbindungen und -abfahrtzeiten oder ähnliches habe ich im Kopf und um mich räumlich zurechtzufinden, schaue ich lieber mal auf eine Karte, das trainiert den Orientierungssinn. Aber ich muss gestehen, dass es manchmal ganz praktisch wäre, meinen online geführten Kalender auch mobil verfügbar zu haben, wenn es z.B. um Termine über die kommenden zwei Wochen hinaus geht. Die habe ich dann teilweise doch nicht alle im Kopf.


 

Frage: Hast Du eine Lieblingsapp? Welche ist das und warum setzt Du diese gerne ein?

Lars Lübben: Wenn ich Bus fahre oder auf einen warte, vertreibe ich mir manchmal die Zeit mit dem einen oder anderen Spiel.



Frage: Ich sehe immer wieder Leute, die in jeder Situation zum Smartphone greifen und ihre Emails prüfen oder Nachrichten versenden müssen. Auch in wichtigen Meetings oder bei intimen Treffen werden wir immer wieder von unseren Smartphones begleitet. Was macht Dein Smartphone in diesen Situationen?

Lars Lübben: Ich blicke höchstens mal kurz darauf, um nach der Uhrzeit zu schauen.


Frage: Existiert im Aachener Rathaus eine Regelung für die Smartphone Nutzung während der Rathaussitzungen? Beobachtest Du die Nutzung der Smartphones Deiner Kollegen? 

Lars Lübben: Offizielle Regelungen gibt es meines Wissens weder für die Ratssitzungen noch die Sitzungen des Städteregionstags, dem ich bislang angehöre. Wenn dort gelegentlich ein Mitglied sein Smartphone nutzt, habe ich es bislang nicht als störend empfunden.

 


 

Frage: Kannst Du Dir vorstellen, dass Tablets oder Smartphones im Unterricht eingesetzt werden? Wie könnte so eine Nutzung aussehen?

Lars Lübben: Das wird vermutlich kommen. Ich denke jedoch, dass sie nur eine zusätzliche Möglichkeit in der pädagogischen Methodenvielfalt sein werden. Natürlich sind auch völlig neue Unterrichtskonzepte denkbar, aber solche Veränderungen dauern in unserem Schulsystem mit seinen festen Lehrplänen und traditionellen Lernmitteln meiner Erfahrung nach ziemlich lange.

Außerdem lässt sich in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach die Frage nach der Bedeutung als Statussymbol nicht ausblenden, wenn Tablets oder Smartphones Voraussetzung für die Teilhabe am Unterricht werden sollen.

Sehr viele, aber eben nicht alle Schülerinnen oder Schüler besitzen eins und soziale Ungleichheit macht sich unter Jugendlichen ja leider heute schon daran fest, ob man eins hat und wie neu das Modell ist. Hier sind dann Fingerspitzengefühl und ein sensibler Umgang gefragt.

Vielen lieben Dank für das sehr sympathische Interview und die Zeit, die Du dafür investiert hast :).

 

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