Streifzüge – Geschichten einer Stadt – Frohnatur – Accessoires für Optimisten

Frohnatur - Anette Forré - Aachen
Frohnatur - Anette Forré - Aachen

Frohnatur – Anette Forré

Die ersten warmen Frühlingsstrahlen tänzeln in diesen Tagen vorsichtig durch die Aachener Straßen. Die kalten und dunklen Grüße des Winters werden immer seltener und leiser und von den ersten, wenn auch zaghaften Blütenfarben übertönt.

Eine bekannte und beliebte Aachener Frühlingsfürsprecherin ist ohne Zweifel die Magnolie auf dem Münsterplatz, die gerade zur Frühlingszeit in ihrem pastellfarbenden rosa Kleid als natürliches Kleinod den Dom saisongerecht schmückt. Auch in der Nähe des unauffälligen Kehrmännchens, konnte ich eine weitere Verfechterin für den Einzug von guter Laune, Leichtigkeit und jeder Menge Farben, entdecken.

“Die ist schön” und “Das macht Spaß” höre ich zwei Frauen aufgeregt an der Kasse schwärmen. Über ihnen schweben transparentfarbige Regenschirme scheinbar schwerelos an der Decke. Das Leben wirkt hier um so vieles leichter. Sie sind oft hier, selbst wenn sie gar nichts kaufen wollen. Die Gute Laune und die ansteckende Fröhlichkeit, die die Inhaberin Anette Forré durch sich selbst und ihrem Geschäft vermittelt, haben die beiden schon aus so manchen trüben Gedanken reißen können. Manchmal betreten auch Männer mit der Begrüßung: “Ich bin eigentlich ein Pessimist!” das Geschäft, um dann beim Verlassen mit einem Lächeln dieser Aussage Lüge zu strafen.

Doch wenn die beiden Frauen so oft hier waren, warum sind sie dann so aufgeregt? Der Grund ist in einer Tasche zu finden, die eine der beiden Kundinnen in ihren Händen hält. Anette Forré erzählt ihnen, dass sie die Tasche von aufruhr:4250 auf einer regionalen Messe entdeckt hatte. Als Inhaberin von Frohnatur ist sie in den verschiedensten Ländern, aber auch regionalen Messen unterwegs, um neue Designs, neue Marken und neue Ideen zu entdecken, die noch nicht im Mainstream angekommen sind. Auch mit dieser Tasche hatte sie sich zugleich verbunden gefühlt und wollte diese unbedingt in ihrem Laden vorstellen. Das Feedback der Kunden gab ihr recht. Eine unaufdringliche Leichtigkeit umgibt diese Taschen, die sich daher mühelos in das Frohnatur - Accessoires für OptimistenKonzept der gutgelaunten Inhaberin einfügen.  Allerdings legt sie Wert auf Qualität – Qualität, die das Leben umschmeichelt.

Anette Forré sucht das Außergewöhnliche, so wie die Taschen und Accessoires in ihrem Geschäft. Lange hatte sie nach einem passendem Namen gesucht. Mit einer Marketingvorgeschichte sollte ihr das leicht fallen, dachte ich. Dennoch hatte sie wochenlang mit vielen verschiedenen Wortkombinationen jongliert, bis ihr Freunde auf die Sprünge halfen. Wieder einmal hatten ihre Freunde sie als rheinische Frohnatur bezeichnet, die durchweg optimistisch sei. Der Name für ihr Geschäft war geboren.

Angesteckt von der guten Laune, wollte ich auf die Straße treten. Es hatte zu regnen angefangen. Die Leute hasteten von einem formlosen grauen Schleier umhüllt schnell vorbei. Ich war ein wenig wehmütig. Der Frühling hatte sich kurzzeitig bei Anette Forré einquartiert. Nur die Magnolie auf dem Münsterplatz hatte noch ihr Frühlingskleid an.

Frohnatur – Accessoires für Optimisten

Kockerellstr. 21

52062 – Aachen

fon: +49 (0) 241 – 160 280 95

Web: www.frohnatur.biz

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 10 – 18:30 Uhr

Sa      10 – 18:00 Uhr

Auf GeoSurfen kannst Du die Geschichte vor Ort erspielen. Klicke dazu auf das GeoSurfen-Symbol. GeoSurfen_Icon

 

 

Streifzüge – Geschichten einer Stadt – Ndouzem Village

ndouzemDas Geräusch von klappernden Kaffeetassen dringt an unsere Ohren. An den Tischen um uns herum sitzen oft nur zwei Personen – entweder Pärchen, Geschäftsleute, Freunde, etc. Sie alle genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres im Außenbereich eines tradtionellen Cafés, das in Aachens Innenstadtbild an vielen Ecken anzutreffen ist.

Sie ist die schillerndste Person in diesem Café. Eine pinkfarbene Blüte schmückt ihr Haar. Der Mantel ist dunkel und dennoch wirkt dieser um so vieles wärmer, als die anderen vielen dunklen Alltagsgewänder um uns herum. Ihre Augen leuchten fortwährend und ich denke “Sie lebt ihre Idee!”. Ihre Energie ist ansteckend!

Huguette Mawas Facettenreichtum finde ich faszinierend und herausfordernd – schillernd.

Sie ist Elektroingenieurin und arbeitet für die Stadt Aachen.

Sie ist schüchtern und vorsichtig.

Sie ist afrikanische Eventköchin und kocht am Liebsten für größere Gruppen.

Sie ist flexibel und diplomatisch.

Sie sucht den Kontakt zu Aachenern.

Mit Ndouzem Village verbindet Huguette Mawa die Möglichkeit ihre neue Heimat mit der alten zu vernetzen. Als Eventköchin verknüpft sie die afrikanische Küche, mit den Geschichten dieses Kontinents und sehr viel Aufklärung. In unseren Vorstellungen sei Afrika oft zu exotisch und extravagant veranlagt, meint sie. Sie versteht auch, von wem unsere Vorstellungen genährt werden und das macht sie wütend.

Die afrikanische Küche ist deftig, laut und fröhlich. Dieses Flair will auch Huguette vermitteln, manchmal mit ganz unbeabsichtigten Effekten.

Die Afrikaner essen mit der Familie, mit Nachbarn und mit Freunden, selten allein oder zu zweit. Zweisamkeit, so wie wir sie in Europa kennen, ist in Afrika nicht traditionell. In Afrika essen alle zusammen aus einem Topf, eben familiär! Die Eventköchin versucht alle Anwesenden in den Prozess des Kochens und Genießens zu integrieren. Sie ermuntert sie Fragen zu stellen; einfach neugierig zu sein! Je größer die Gruppe ist, desto mehr wird gelacht und dann kann auch mal das Geräusch einer explodierenden Auflaufform untergehen.

Der Köchin ist dieser Fauxpas unangenehm. Da sie villagebei den Kunden zu Hause kocht, lässt sie sich jedesmal auf die Herausforderung einer neuen Küche ein. Ihre Offenheit hat jedoch längst auch die Gastgeberin angesteckt, die ihr mit Humor begegnet “Jetzt habe ich endlich einen Grund eine Neue zu kaufen.”

Als das Gespräch beendet ist, bemerke ich, dass Huguette Mawa bei mir Fragen ausgelöst hat. Wie wohl meine Familie darauf reagiert, wenn ich das nächste Mal beim Fischessen am Mittagstisch, meinen Fisch mit bloßen Fingern essen würde? In Afrika ist das Essen ohne Besteck alltäglich und viel praktischer, hatte ich erfahren. Die Gräten eines Fisches lassen sich leichter mit den Fingerspitzen erfühlen, als mit einem Gabelende.

Als wir Nobis verlassen, sitzt ein Touristenpärchen neben uns, das uns neugierig nachsah.

Ndouzem Village – Afrikanische Eventköchin

fon: +49 (0) 176 – 377 90 411

Web: www.ndouzemvillage.com

Shop: http://de.dawanda.com/shop/NdouzemVillage

 

 

Streifzüge – Geschichten einer Stadt – Cardamome

Ralf Niewöhner - Cardamome

IMG_20140326_155755_modifiedBilder aus vergangenen Zeiten schieben sich vor mein inneres Auge und ich spüre, wie sich Wohlbehagen in mir ausbreitet.

Ich erinnere mich an Kaffeeduft, der mich zum Frühstück weckte und jede Ritze und Spalte des Hauses mit diesem Röstaroma ausfüllte.

Ich sehe mich wieder auf einer Sommerwiese liegen und das Summen der Bienen dringt an mein Ohr. Ich weiß, dass sie am Waldesrand ihren Stock haben. Aus der Nähe beobachtete ich manchmal den Imker bei seiner Arbeit. Ab und an schenkte er mir ein Honigglas – Honig von den Bienen, die mich auf der Sommerwiese umschwirrten.

Hier, bei Cardamome von Ralf Niewöhner, werde ich zur Entschleunigung eingeladen. Zuerst reagiere ich darauf irritiert, doch dann überreden mich die Erinnerungen, mich auf das Experiment einzulassen.

Eine dampfende Tasse Kaffee steht vor mir und eh ich es versehe, lausche ich den Geschichten des Inhabers. Zu jedem Gewürz weiß er etwas zu erzählen. Dabei handelt es sich nicht nur um exotische und weit entfernte Geschichten, sondern auch um Regionale. Er nimmt mich mit in eine Fantasiewelt aus Farben und Gerüchen.

So erfahre ich, dass der Mönchspfeffer im Mittelalter aufgrund seiner Seltenheit sehr kostbar war. Irgendwann hatten Mönche in der Umgebung angefangen den Mönchspfeffer selbst anzubauen. Die Motivation für den Anbau lag jedoch nicht nur in seiner Seltenheit und seiner geringen Schärfe, sondern vor allem in der Eigenschaft, dass er die Libido einschränkte.

Einige Gewürze werden auch heute noch als Heilpflanzen eingesetzt. Ein Arzt der Umgebung sendet seine Patienten mit leichten Atembeschwerden manchmal ins Cardamome. Das Kauen von Kubebenpfefferkörnern soll einen freien Atem unterstützen.

Einige Kunden halten mitunter auch schon einmal ein Rezeptvorschlag für Kurkuma in der Hand. Kurkuma soll das Wachstum von Metastasen bei Brustkrebs hemmen. Dann empfiehlt Ralf Niewöhner den Kunden, die Kurkuma (Wurzel ;)) in der Pfanne zusammen mit Pfeffer zu erhitzen, da dann die meisten Wirkstoffe freigesetzt werden.

Dann schweifen wir ab. Neben den vielen Gewürzen entdecke ich verschiedene Senfsorten, CYMERA_20140327_152846Essig- und Honigsorten. Dennoch bleiben wir beim Thema, als ich den “Echt Öcher Printen&Honig” im Regal entdecke. Denn auch Honig besitzt eine Heilwirkung!

Unter anderem deswegen hat vielleicht Kaiser Karl den Honig geliebt. Interessant in diesem Zusammenhang, finde ich, dass zu seinen Lebzeiten der klassische Imker-Beruf noch nicht existierte. Er sandte seine Bediensteten in den Wald zur Honigsuche. Um diese Arbeit zu erleichtern, unterstütze er als einer der ersten die Einrichtung von Imkereien auf seinen Gütern.

Ich koste von dem mir angebotenem Honig. Wieder werden viele Erinnerungen freigesetzt. Doch es wird Zeit vor die Tür zu treten und in meine Welt zurück zukehren. Die aufgefrischten Erinnerungen werden mich jedoch die nächsten Tagen begleiten und mich immer mal wieder Inne halten lassen.

Cardamome

Feinster Honig
Edle Gewürze aus aller Welt

Jakobstr. 70

52062 – Aachen

fon: +49 (0) 241 – 95 78 1996

Web: www.cardamome.de

Öffnungszeiten:

Di-Fr  10:30 – 18:30 Uhr

Sa      10:00 – 16:00 Uhr

Auf GeoSurfen kannst Du die Geschichte vor Ort erspielen. Klicke dazu auf das GeoSurfen-Symbol. app_icon

Streifzüge – Geschichten einer Stadt – Zollmuseum

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Unauffällig steht ein lang gezogenes Haus in der Landschaft, bestehend aus einem Beton-Flachbau und einem Backsteinhaus – eine spannungsreiche Kombination! Die Umgebung eröffnet ein Gefühl von Weite und lässt den Blick nirgendswo anhaften – lenkt ihn zurück zur Straße.

Auf der Straße hat jedoch eine Schranke ihre Heimat gefunden. Auch das Knarzen eines im Winde wiegenden Metallschildes fühlt sich hier zu Hause.

Kurt Cremer empfängt mich mit den Worten: “Das Zollmuseum ist mehr als nur die Zollkellen, ‘ne Zollschranke und ein paar Waffen.” und lädt mich in das Backsteinhaus ein. Mit dem Überschreiten der Türschwelle wirbeln die Zeiten scheinbar mühelos durcheinander. Die Vorhänge des Raumes, die Möbel und insbesondere das Glas in der Tür geben mir ein Gefühl, mich in einem alten Hollywood Film zu befinden. Vorsichtig und ganz behutsam setze ich mich auf einen der Sessel, denn hier lauert in jeder Ritze eine Geschichte. Mein Gastgeber sitzt vor mir und scheint sie alle zu kennen.

Wie ich von ihm erfahre, ist er ein Teil der gelebten Geschichte, denn er ist pensionierter Zolloberamtsrat und er hatte schon einmal im Jahre 1996 für seine Leidenschaft des Zollmuseums gekämpft, so wie jetzt auch wieder. Es geht um etwa 30.000,00 €! Schon zwölf Jahre vorher wurde seine Leidenschaft in diese Form einer Sammlung gegossen. Der Anstoß zu dieser Entwicklung war, die zu dieser Zeit stattfindende Ausstellung in Frankfurt “150 Jahre deutscher Zollverein – als die Schranken fielen”. Seit dem sammelten er und sein Vorgesetzter Herr Friedrichs aus alten Speichern und Kellern jedes regionale Exponat, das mit der Zollgeschichte in Verbindung zu bringen war. Ein Teil der Sammlung entstammt dem Preußischen Kulturbesitz Berlins, um den bereits 1996 erfolgreich mit Charme, Fleiß, Stetigkeit und Überzeugungskraft (neben einem Sektfrühstück) gekämpft wurde. Der Bundesrechnungshof hatte die zollgeschichtliche Sammlung auflösen und in das deutsche Zollmuseum nach Hamburg übertragen wollen. Erst nachdem Cremer mit seinem Team die Stadt Aachen überzeugen konnte, die Sammlung zu unterstützen, konnte das Zollmuseum weitere siebzehn Jahre mit diesen Exponaten bestehen.CYMERA_20140327_123530 Ein weiterer Teil der Sammlung ist hingegen in das Erbe an Friedrichs Kinder übergegangen. Um diese Exponate halten zu können, engagiert sich Herr Cremer wieder mit Charme, Fleiß, Stetigkeit und Überzeugungskraft. Hoffentlich wird sich die Geschichte wiederholen und ein Glas Sekt für Herrn Cremer auch diese Auseinandersetzung positiv beenden.

Dann muss ich Herrn Cremer auch schon verlassen. Wir hatten uns für eine Stunde zum Gespräch verabredet – viel zu schnell war sie vorübergeeilt. Der Besuch im Zollmuseum hat meine Neugierde geweckt und ich werde wieder kommen, denn hier schlummern jede Menge Geschichten.

Mit der App „geosurfen“ ist die Wave unter Zollmuseum Friedrichs zu finden (direkter Link).

Zollmuseum

Horbacher Str. 497

52072 – Aachen-Horbach

fon: +49 (0) 241 – 9970615

Web: www.zollmuseum-friedrichs.de

weitere lesenswerte Berichte:

„Zollmuseum Friedrichs bangt um Kernstück der Sammlung“ von  KingKalli am 09. Januar 2014

 

Artikelserie: Streifzüge – Geschichten einer Stadt

Ab dem Monat April 2014 möchten wir unsere erste Artikelserie auf unserem Blog starten: ”Streifzüge – Geschichten einer Stadt”

streifzug

Screenshot_2014-03-30-18-14-43(Danke an Katja von *betourt für dieses Foto / Kooperationspartner von GeoSurfen)

Wir spüren Geschichten hinter der Oberfläche auf und möchten von diesen erzählen. Lass Dich von ihnen zu den verschiedenen Orten einladen 🙂

Jede Woche werden Geschichten im Blog vorgestellt!

  • Einige davon werden auch als Wave in der App “geosurfen” auftauchen.
  • Einige enthalten Deals / Angebote, die ab der Veröffentlichung einen Monat lang gültig sind.

Vorerst werden jedoch nur Geschichten aus dem Raum Aachen erzählt.

Wir wünschen Dir viel Spaß!

Hast Du eigene Ideen und Vorschläge, kannst Du sie uns per E-Mail, Facebook, Kommentar im Blog, auf Twitter oder wo auch immer zukommen lassen. Vielleicht hast Du auch Ideen, welche Geschichten in der Artikelserie erzählt werden sollen, dann nimm Kontakt zu uns auf!