Fragen zu Smartphone-Nutzung an Frau Dr. Schmeer

Fr. Dr. Margrethe Schmeer, 1. Bürgermeisterin der Stadt Aachen, Betriebsausschuss für Kultur, Betriebsausschuss für Theater und VHS und Finanzausschuss / CDU Aachen

Fr. Dr. Margrethe Schmeer, 1. Bürgermeisterin der Stadt Aachen,
Betriebsausschuss für Kultur, Betriebsausschuss für Theater und VHS und Finanzausschuss / CDU Aachen

Margarethe Schmeer ist seit 2009 amtierende Bürgermeisterin der Stadt Aachen und unterstützt den Oberbürgermeister Marcel Philipp bei repräsentativen Aufgaben. Sie tritt für den Wahlbezirk Monheimsallee an. Ich freue mich, dass auch sie sich die Zeit genommen hat auf ein paar Fragen zu antworten. Das ist nicht selbst verständlich, gerade zu diesen hektischen Wahlzeiten! Vielen Dank 🙂

In größeren Städten in Deutschland gibt es mehrere Bürgermeister, die einem Oberbürgermeister beigeordnet und meist für spezielle Aufgabengebiete verantwortlich sind.

  • Frage: Welche Geschichte / persönliches Erlebnis verbindet Sie mit Aachen?

Margarethe Schmeer: In Aachen habe ich den Großteil meines Lebens verbracht. Ich bin hier aufgewachsen und zur Schule gegangen und nach 20 Jahren in Frankreich wurde Aachen ab 1994 wieder mein Lebensmittelpunkt. Ich liebe die Stadt mit ihrer Grenznähe, der kulturellen Vielfalt und den kulturellen Angeboten.

  • Frage: Ich sehe immer wieder Leute, die in jeder Situation zum Smartphone greifen und ihre E-Mails prüfen oder Nachrichten versenden müssen. Auch in wichtigen Meetings oder bei intimen Treffen werden wir immer wieder von unseren Smartphones begleitet. Was macht Ihr Smartphone in diesen Situationen?

Magarethe Schmeer: Es ist auf stumm geschaltet und wenn ich feststelle, dass auf eine dringende Nachricht zu reagieren ist, gehe ich einen Moment vor die Tür. Jedes andere Verhalten finde ich unhöflich.

  • Frage: Existiert im Aachener Rathaus eine Regelung für die Smartphone Nutzung während der Rathaussitzungen? Beobachten Sie die Nutzung der Smartphones Ihrer Kollegen?

Margarethe Schmeer: Bisher gibt es dort keine feste Regelung für die Nutzung von Smartphones. Das Nutzen von Smartphones kann zwar bei Sitzungen immer wieder beobachtet werden, jedoch hält es sich im Rahmen und die Sitzungen oder Reden werden dadurch meistens nicht gestört. Aus Respekt vor den anderen sollte die Smartphone-Nutzung stets in einem angemessenen Rahmen gehalten werden.

Fragen an Clea Worbs zur Smartphon-Nutzung

Clea Worbs, 27 Jahre, Clea arbeitet seit März 2013 als Jugendbildungsreferentin im Landesbüro. Sie ist für Bildungsarbeit und dort vor allem für den Themenbereich “Geschichte der Arbeiterjugendbewegung” zuständig. Zudem koordiniert sie die Großveranstaltungen der NRW Jusos und betreut die Neumitgliederoffensive.

Clea Worbs, 27 Jahre, Clea arbeitet seit März 2013 als Jugendbildungsreferentin im Landesbüro. Sie ist für Bildungsarbeit und dort vor allem für den Themenbereich “Geschichte der Arbeiterjugendbewegung” zuständig. Zudem koordiniert sie die Großveranstaltungen der NRW Jusos und betreut die Neumitgliederoffensive.

Clea Worbs von der SPD, stellv. Vorsitzende der Jusos Aachen, kandidiert bei der Kommunalwahl 2014 für den Rat der Stadt Aachen im Wahlbezirk 19 „Marschiertor“. Durch ihre Erfahrungen, zum einen als pädagogische Fachkraft in einer Offenen Ganztagsschule und zum anderen als Studentin und wissenschaftliche Hilfskraft der RWTH Aachen, hat Sie Einblicke in welche Richtung sich digitale Medien und Apps die Entwicklung junger Menschen beeinflussen können / bzw. aktuell schon in der Lehre eingesetzt werden.
Vielen Dank für die Antworten auf unsere Fragen 🙂

Frage: Haben Sie eine Lieblingsapp?
Clea Worbs: Meine aktuelle Lieblingsapp ist „Quizduell“. Ich nutze Sie gerne, wenn ich mit dem Bus oder der Bahn unterwegs bin oder Wartezeiten überbrücken muss. Es ist eine kurzweilige Möglichkeit mit Freundinnen und Freunden sein Wissen spielerisch auf die Probe zu stellen und man lernt immer wieder dazu.

Frage: Können Sie sich vorstellen, dass Tablets oder Smartphones im Unterricht eingesetzt werden?
Clea Worbs: Ich kann mir gut vorstellen, dass Tablets oder auch Smartphones gezielt an manchen Stellen in den Unterricht eingebunden werden können. An der RWTH werden beispielsweise schon Umfragen, die per Smartphone abgestimmt werden können, in großen Vorlesungen eingesetzt. Im Unterricht gäbe es gerade auch bei Exkursionen oder Projektwochen vielfältige Möglichkeiten Smartphones oder Tablets zu nutzen, die schon heute zum Alltag vieler Kinder gehören. Dies müsste natürlich immer adäquat von Lehrkräften begleitet werden. Es könnten in dem Rahmen auch das Thema Datenschutz  mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert werden.

Fragen an Lars Lübben zur Smartphone-Nutzung

lars Lübben

Lars Lübben, 40 Jahre, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel in der Städteregion, Kandidat der Grünen für Stadtrat und Städteregionstag

Lars Lübben dem Kandidaten der Bündnis 90 / Die Grünen (Westviertel und Hörn) haben wir ein paar Fragen zu Aachen und seiner Smartphone-Nutzung gestellt:

Frage: Welche Geschichte / persönliches Erlebnis verbindest Du mit Aachen?

Lars Lübben: Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich nun in Aachen verbracht. Und es ist einiges passiert, seit ich zum Studium 1993 hierher gekommen bin. Zu nennen wären hier viele Menschen, die mich auf meinem Weg geprägt haben. Aber es gibt auch ein paar Dinge, die die Stadt ein klein wenig verändert haben und die ich persönlich mit Aachen verbinde, weil ich an ihrer Entstehung mitgewirkt habe. Z.B. gab es damals keine Anlaufstelle speziell nur für lesbisch-schwule Jugendliche und so haben wir die Jugendgruppe bzw. den Jugendtreff Knutschfleck ins Leben gerufen. Schon bald habe ich mich auch politisch engagiert und als Finanzreferent wie Projektleiter im AStA der RWTH war ich an der Einführung des Semestertickets und der späteren Erweiterung auf NRW beteiligt. Und wer weiß, welchen Arbeitgeber ich heute hätte, wenn ich damals die Gründung der Sprachenakademie Aachen nicht von Seiten der Studierendenschaft aus begleitet hätte. Für die jetzt auslaufende Wahlperiode würde ich die Bildung des Zweckverbands Region Aachen nennen wollen, der die regionale Zusammenarbeit der Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg mit Stadt und Städteregion in der Euregio Maas-Rhein auf eine neue Ebene gebracht hat und hoffentlich stärken wird.

Insgesamt bin ich also ganz gerne in Aachen „hängen geblieben“ und es macht mir Spaß, mich hier einbringen zu können.


 

Frage: Wofür nutzt Du Dein Smartphone / Handy und welchen Sinn siehst Du in Apps (einzelne Anwendungen)?

Lars Lübben: Mag sein, dass das etwas altmodisch klingt, aber ich nutze mein Handy überwiegend nur zum Telefonieren und Simsens sowie als Uhr- und Weckerersatz.

Ich sitze und arbeite beruflich viel am Rechner und wenn ich unterwegs bin, dann entweder um persönlich mit Leuten in Kontakt zu treten oder um mich zu erholen. Da benötige ich dann in der Regel keine mobilen Angebote, manchmal würden sie vermutlich sogar ablenken. Und im Fall der Fälle bin ich per Handy erreichbar oder kann selber anrufen bzw. simsen, bspw. wenn ich mich verspäte. Ständig zu posten, wo ich gerade bin oder was ich gerade mache – ich denke, so spannend ist mein Leben dann auch nicht, dass sich jemand dafür interessiert. Außerdem bin ich jemand, der sich ungern zu sehr von dieser Technik abhängig macht. Die wichtigsten Telefonnummern, Busverbindungen und -abfahrtzeiten oder ähnliches habe ich im Kopf und um mich räumlich zurechtzufinden, schaue ich lieber mal auf eine Karte, das trainiert den Orientierungssinn. Aber ich muss gestehen, dass es manchmal ganz praktisch wäre, meinen online geführten Kalender auch mobil verfügbar zu haben, wenn es z.B. um Termine über die kommenden zwei Wochen hinaus geht. Die habe ich dann teilweise doch nicht alle im Kopf.


 

Frage: Hast Du eine Lieblingsapp? Welche ist das und warum setzt Du diese gerne ein?

Lars Lübben: Wenn ich Bus fahre oder auf einen warte, vertreibe ich mir manchmal die Zeit mit dem einen oder anderen Spiel.



Frage: Ich sehe immer wieder Leute, die in jeder Situation zum Smartphone greifen und ihre Emails prüfen oder Nachrichten versenden müssen. Auch in wichtigen Meetings oder bei intimen Treffen werden wir immer wieder von unseren Smartphones begleitet. Was macht Dein Smartphone in diesen Situationen?

Lars Lübben: Ich blicke höchstens mal kurz darauf, um nach der Uhrzeit zu schauen.


Frage: Existiert im Aachener Rathaus eine Regelung für die Smartphone Nutzung während der Rathaussitzungen? Beobachtest Du die Nutzung der Smartphones Deiner Kollegen? 

Lars Lübben: Offizielle Regelungen gibt es meines Wissens weder für die Ratssitzungen noch die Sitzungen des Städteregionstags, dem ich bislang angehöre. Wenn dort gelegentlich ein Mitglied sein Smartphone nutzt, habe ich es bislang nicht als störend empfunden.

 


 

Frage: Kannst Du Dir vorstellen, dass Tablets oder Smartphones im Unterricht eingesetzt werden? Wie könnte so eine Nutzung aussehen?

Lars Lübben: Das wird vermutlich kommen. Ich denke jedoch, dass sie nur eine zusätzliche Möglichkeit in der pädagogischen Methodenvielfalt sein werden. Natürlich sind auch völlig neue Unterrichtskonzepte denkbar, aber solche Veränderungen dauern in unserem Schulsystem mit seinen festen Lehrplänen und traditionellen Lernmitteln meiner Erfahrung nach ziemlich lange.

Außerdem lässt sich in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach die Frage nach der Bedeutung als Statussymbol nicht ausblenden, wenn Tablets oder Smartphones Voraussetzung für die Teilhabe am Unterricht werden sollen.

Sehr viele, aber eben nicht alle Schülerinnen oder Schüler besitzen eins und soziale Ungleichheit macht sich unter Jugendlichen ja leider heute schon daran fest, ob man eins hat und wie neu das Modell ist. Hier sind dann Fingerspitzengefühl und ein sensibler Umgang gefragt.

Vielen lieben Dank für das sehr sympathische Interview und die Zeit, die Du dafür investiert hast :).