das Hinterlassen von Spuren beim Netzwerken

Du ziehst um und suchst nach netten Leuten in der Umgebung?

Du setzt Dich mit neuen Themen auseinander und findest in Deinem Freundes- und Bekanntenkreis keinen, mit dem Du Dich darüber austauschen kannst?

Du musst Dich in eine neuen Inhalt / Methode einarbeiten und bist Dir unsicher?

Netzwerkplattformen sind gut geeignet, um mit neuen Leuten der Umgebung oder zu einem bestimmten Thema in Kontakt zu kommen. Davon gibt es einige und sehr unterschiedliche! Für mich haben sich besonders BarCamp Formate und XING Events als ideales Format erwiesen.

An Wochenenden finden fast immer irgendwo BarCamps statt. So wie an diesem Wochenende beispielsweise das EduCamp (auf Twitter #ecfra14) in Frankfurt und das KrisenPRcamp (auf Twitter #krisenprcamp) in Köln veranstaltet wird.

Im nachfolgenden Video erhaltet Ihr einen Eindruck eines EduCamps:

Im Laufe der Zeit entwickeln sich darüber zu einzelnen Personen Beziehungen. Die Stärke von Beziehungen wird dabei von vier Faktoren bestimmt:

  1. gemeinsam verbrachte Zeit
  2. emotionale Intensität
  3. Intimität
  4. Reziprozität bzw. Gegenseitigkeit gemeinsamer Beziehungen

(Quelle: Startup Stuttgart, nach MarkGranovetters Netzwerktheorie in “Netzwerktheorie und Bedeutung für das eigene Netzwerk”, Kathleen Fritzsche, 27.08.2013)

Netzwerk
Bild: Marc Smith unter CC-Lizenz BY-SA 2.0

Kurz zusammengefasst, besagt seine Netzwerktheorie, dass wir u.a. über starke / direkte und schwache / indirekte Beziehungen verfügen.

Auf gemeinsamen Events bilden die schwachen Beziehungen Brücken für den Ausbau des persönlichen Netzwerkes. Sie sind der Motor für die schnelle und umfassende Verbreitung neuer Informationen. Je mehr schwache Beziehungen man hat, desto besser verbreiten sich Informationen zwischen verschiedenen, unabhängigen Gruppen. Über starke Beziehungen jedoch verbreiten sich neue Ideen mangels Neuigkeitsgehalt und äußeren Input viel langsamer.

Aus diesem Grund sind gerade im Networking schwache Beziehungen als Vermittler von großem Wert. Sie können bei neuen Ideen und Informationen bessere Ergebnisse liefern als enge Freunde und Familie, die oftmals die gleichen Interessen teilen und über die gleichen Informationen verfügen wie man selbst. Starke Beziehungen sind zwar motiviert zu helfen, verfügen aber meist nicht über die relevanten Informationen.

Daraus lässt sich auch schließen, dass Kontakte, die auf den ersten Blick und in dem Moment vielleicht uninteressant erscheinen, zu einem späteren Zeitpunkt wichtige Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Netzwerks herstellen können. Deshalb sollte man immer im Kopf behalten, dass die Sekretärin von heute die Projektmanagerin von morgen sein kann.

Nutzen für den Einzelnen und für Unternehmen

(Klenk & Horsch „Drei Checklisten: BarCamps für Unternehmen„, Frank Hamm, 24.04.2013)

 

  • Einar­beitung in neue Themen
    • Auf BarCamps werden Sessions gehalten und oft werden XING-Events mit Vorträgen verbunden. Über diese kann man auf Experten zu dem Thema treffen, die gerne ihr Wissen teilen und dabei auch vom Gegenüber lernen. Denn oft gehen gerade Neu­linge unkon­ven­tionelle Wege und stellen neugie­rige Fragen. Sie als Neuling werden deswegen auf keine Vorbe­halte treffen.
  • Networking und Austausch zu Themen
    • Der lockere Umgangston auf diesen Veranstaltungen erleichtert es, Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte sind »präventiver Wissens­speicher«, auf die man später zurückgreifen kann.
  • Über den Tellerrand schauen
    • Man sollte nicht nur an Events teilnehmen, dessen Themen in den Vorträgen gut bekannt sind. Meine Erfahrung zeigt, dass auch dieses Wissen später einmal sehr hilfreich sein kann.
  • Recruiting
    • Für ein Unternehmen ist ein Event eine gute und meistens kosten­günstige Möglichkeit, nach zukünftigen Mitarbeitern und Kunden Ausschau zu halten.
  • Image und Reputation
    • Der einzelne Einzelnen kann zeigen, dass er / sie in einem  modernen Unter­nehmen arbeiten, das sich mit aktuellen Themen und Trends beschäftigt, und dass kompe­tente Mitarbeiter wertvolle Beiträge einbringen können
  • Sponsoring
    • Für Unternehmen ist es jedoch zusätzlich möglich noch viel mehr in den Vordergrund zu rücken, indem das Unternehmen mit seinen Inhalten dem passenden Event finanziell entgegen kommt.
  • Orga­nisieren
    • Wenn es kein passendes Thema für das Unter­nehmen existiert, dann kann es selbst versuchen ein passendes Event zu orga­nisieren. Wenn ein Unternehmen beispiels­weise dazu den Veranstaltungs­ort in den eigen Räumlichkeiten sponsort, ist dem Unternehmen die volle Aufmerk­samkeit der Besucher gewiss.

. .. egal ob jedoch BarCamps oder über Xing Events

Was mir in negativ auffällt!

No Show Rates hinterlassen dabei einen schlechten Ruf

BarCamps oder XING Events werden zu niedrigen Kosten oder ehrenamtlich Events organisiert, manchmal gehen die Organisatoren sogar in Vorkasse und manchmal bildet das Event den Abschluss langer Verhandlungen, um den Teilnehmen etwas Besonderes bieten zu können.

Das muss gewürdigt werden. Durch Anwesenheit. Durch Pünktlichkeit.

Und dann ist der Tag da und ein Teil der Angemeldeten erscheint nicht. Hierbei handelt es sich um die sogenannten No Show Rates!

Folgen (Rene’s Blog „No-Show in BarCamps„, 11.04.2013):

  • mit dem Verhandlungspartner (sei es Veranstaltungsort / sei es der Caterer / …)
  • in der Gruppe, da sich die Gruppe vor Ort ständig für das Verhalten der fehlenden und damit der anschließenden Fehlkalkulation entschuldigen muss
  • Events werden mit Vorkasse abgewickelt, womit der Aufwand der Organisatoren wächst
  • es werden Schutzgebühren erhoben, um mögliche Ausfälle für die Verhandlungspartner kompensieren zu können

Negativ fallen solche No-Show-Raten auch den Sponsoren auf, die auch von mehr Teilnehmern ausgegangen sind und sich entsprechende Effekte versprochen haben. So besteht dann die Gefahr, dass Sponsoren sich aus dem Sponsoring zurückziehen und solche Veranstaltungen in ihrer Existenz gefährdet sind.(Torsten Maue, 15.10.2012)

Link:

Bsp. XING-Event „Frühstück auf dem Schloss Vaalsbroek“ (11.04.2014)

Streifzüge – Geschichten einer Stadt – XING-Frühstück

XING-FrühstückDie Regentropfen klopfen gegen das Fenster und die Wiesen um das Schloss Vaalsbroek zeigen ein sattes und ruhiges Grün. Um halbwegs rechtzeitig anwesend sein zu können, bin ich mit dem Bus am Morgen über die Grenze in die Niederlande gefahren. Praktisch, keine 15 Minuten hat die Fahrt von Aachen aus gedauert und schon habe ich mitten in der Woche ein Auslands-Urlaubsfeeling.

Im Frühstücksraum des Kasteels angekommen, werde ich vom klappernden Besteck und einem warmen und freundlichen “Hallo” empfangen. Die Organisatoren des XING Frühstücks der Aachener Euregio Gruppe haben sich diesmal etwas besonderes einfallen lassen. Nach einigen organisationellen Aufwänden, stand es fest, das im Schloss befindliche Hotel sponsert einen Teil des fürstlichen Frühstücks und lädt die Teilnehmer anschließend auf einen Rundgang durch die Räumlichkeiten ein.

Auf dem XING Frühstück ist es erstaunlich, wie schnell die Leute immer wieder einen Gesprächspartner finden. Abgeschlagen sitzt keiner in dieser Gruppe herum. Die Teilnehmer sind offen und interessiert, selbst wenn man mitten in dieser Gruppe anfängt XING mit LinkedIn zu vergleichen. Die Themenvarianz bei solchen Veranstaltungen ist hoch und ich nutze diese Chance, um den Experten zu lauschen und mit ihnen zu diskutieren. Ich versuche meinen “präventiven Wissenspeicher” anzureichern und meinen Horizont zu erweitern, da sich unter den Anwesenden spätere mögliche oder auch notwendige Kontakte befinden können. Die lockere Stimmung erleichtert das Networking.

Nur schade, dass eine Vielzahl an reservierten Stühlen leer bleibt. Immer wieder entdecke ich, wie die Augen der Anwesenden hoffnungsvoll zur Tür huschen. Es ist beschämend, dass eine nicht unbeachtliche Menge der angemeldeten Teilnehmer an diesem Morgen nicht erschienen ist, bzw. nicht abgesagt hat. Die Organisatoren, die jede Menge ehrenamtlicher Zeit in die Vorbereitungen für ein gelungenes Event stecken, haben so etwas nicht verdient. Auch bei den Sponsoren wird ein fader Beigeschmack hinterlassen, da sie von mehr Teilnehmern ausgegangen sind und sich entsprechende Effekte versprochen haben. (Dafür sind unsere Gewinnchancen auf die Weinflasche gestiegen ;))

Wir haben Glück. Wir erhalten dennoch unsere Schloss-/Hotelführung. Ein großes Dankeschön an Sabine, die sich geduldig unseren Fragen stellt, uns aufmerksam und unaufdringlich beobachtet und Bedürfnisse bevor sie ausgesprochen werden, entgegenkommt. Ihre Begeisterung bzgl. des Kasteel Vaalsbroek springt auf jeden Einzelnen von uns über. Jedem Leser, der dort einmal in der Nähe sein sollte, kann ich einen Besuch, sei es auf einen Kaffee, ein Dinner, eine Tagung oder eine Übernachtung nur empfehlen.

Die Dreiflügelanlage mit einem Landschaftspark besteht aus einem alten und modernen Komplex. In den alten Gemäuern kann man den ehemaligen Charme dieses Landsitzes nur noch erahnen Kasteel Vaalsbroek(Architekt Couven). Dennoch reicht der erhaltene barocke Glanz aus, um den Besucher nachhaltig zu beeindrucken. Hohe Decken, ein Kreuzgang, herrschaftlich erscheinende Esszimmer ein Ausblick auf den Garten und den See tauchen den Besucher in eine eigene Welt.

Der letzte Besitzer Clermont, ließ den Bach kanalisieren, eine Wasserleitung bauen und große Teiche als Wasserreservoir anlegen. 1765 wurde Vaalsbroek sein Stammsitz, an dem er mit seiner Familie bis zu seinem Tode 1795 lebte und wo er in einem Mausoleum auf dem Gelände seine Grabstätte hat. Die historische Wassermühle wurde zu einem Gourmet-Restaurant umgebaut.

Mit vielen Eindrücken und einen zweistündigen Urlaub begebe ich mich schweren Herzens wieder zurück in den Alltag.

weitere Informationen:

Mit der App GeoSurfen kannst Du Kasteel Vaalsbroek besuchen und das Erlebnis nachspielen. Für den direkten Link brauchst Du nur auf das Logo klicken: app_icon